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Yours *TrulyJuly*

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Cape Town Life: Straßenknäul

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Kapstadt Straßenknäul

Kapstadts Autobahn: Verrücktes Straßenknäul

Gestern auf dem Weg nach Hause:   

Es war abends, da war es schon dunkel. Hier wird’s früh dunkel, denn die Sonne geht mit einem mal unter, auch im Sommer, und zwar ruck zuck. Ab 10 Uhr ist’s da zappen duster und zwar wirklich, denn mit Straßenbeleuchtung ist hier nicht viel.   

Nun wird ja grade alles neu gebaut für die Weltmeisterschaft. Überall sieht man Baustellen, viele Autobahnen sind nur teilgeöffnet und Verkehr zieht sich dahin.   

Ich bin gefahren, denn mein Mann hatte ein paar zu viel hinter die Rübe gekippt. Es gibt ein schlimmes drink and drive Problem in Südafrika und es wird hart kontrolliert.   

Auch wenn ich fahre, dirigiert mein Mann mich. Sei es, weil ich mich wirklich noch nicht gut in Kapstadt und Umgebung auskenne oder weil ich eben Frau und er eben Mann ist.   

Die Standard-Route war jedoch abgesperrt. So folgten wir dem Fluss des Autoverkehrs und mein Mann berechnet die Route neu während wir ins dunkle Ungewisse fahren.   

Da! Ein Weg auf die N1 nach Paarl, also raus aus Kapstadt. Wir nehmen die Auffahrt.   

„Oh, diesen Weg habe ich noch nie zuvor gesehen“, kommt von meinem Mann.   

Aha, eine neue Straße. Wow, die müssen diese Straße erst heute geöffnet haben, das ist ja alles brandneu.   

Aufgeregt fahren wir die Auffahrt hoch, denn nun werden wir Zeuge des neuen Straßensystems.   

Leider ist die Abzweigung auf die N1 nach Paarl dann doch noch nicht fertig und wir müssen die Abzweigung nach Kapstadt nehmen. Also wieder zurück. Und zwar in einer der steilsten Kurven überhaupt.   

Wie die spiralförmige Abfahrt in einem Parkhaus. Nur, dass dies hier die Autobahn ist.   

Die Reifen fangen an zu quietschen und mein Mann kommentiert trocken: „Wow, für diese Abfahrt allein lohnt es sich ja schon, einen Maserati zu kaufen.“   

Nach einer Ewigkeit des zur rechten Seite gepresst Werdens kommen wir nun endlich auf die N1.   

Aber eben leider in die falsche Richtung.   

Mein Mann realisiert’s und schreit auf: „Nein! Doch nicht wieder zurück! Da, nimm die Abfahrt!“   

Wir sind wieder von der Autobahn runter.   

„Dort, nimm den U-Turn, wie das Auto vor uns!“   

Ich folge dem Auto.   

Endlich sind wir wieder auf Kurs. Und da kommt auch schon die Auffahrt. Erneut ist dies eine wahnsinns steile Kurve.   

Mein Mann warnt: „Ja, diese Kurve ist recht eng, ein Freund von mir ist da mal rausgeschleudert worden.“   

Was für mich bedeutet: Fahr langsamer.   

Hurra, Wir sind auf der N1, und sogar in die richtige Richtung.   

Kommt nur noch die Baustelle, die wir eigentlich schon vor 10 Minuten hätten umfahren sollen. Ich folge dem Straßenverlauf. Riesige Blinkanlagen begrüßen mich: ‚Slow down! Speed kills! Accident prone zone!‘   

Ich düse drauf zu und mein Mann rät mir: „Hier ist’s nur noch 40 und hier solltest du auch tatsächlich nur 40 fahren.“   

Ich werde langsamer. Eine rechts links Schikane folgt. Überall blinkende Lichter, die mich warnen, dass die Straße hier endet.   

Tatsächlich: Die Autobahn ist hier einfach abgesperrt. Wir können nicht weiter geradeaus. Rechts drum rum. Wir sind durch.   

Die dunkelste Nacht verschluckt mich, denn nach den Blinkanlagen ist hier nun kein Licht weit und breit.   

Ich blinzel mit den Augen und muss lachen, so eine verrückte Strecke bin ich noch nie gefahren.   

„Wenn du das mit 120 schaffst, bist du reif für Formel 1“, lacht mein Mann.   

Dann fügt er hinzu: „Aber immerhin, es wird was getan bezüglich der schlimmen Verkehrssituation.“   

Ob dies so eine sinnvolle Lösung ist, ist eine andere Frage.   

Wir überlegen, wer sich wohl dieses Straßensystem überlegt hat, denn es ähnelt eher einer Carrera-Bahn als einer sicheren Fahrroute.   

Kein Wunder dass die Höchstgeschwindigkeit hier bei 120 liegt, bei den diversen Straßen die drüber und drunter und rechte Steilkurve mit linker Schikane kombinieren, kann man eigentlich nicht von Straßensystem reden, sondern eher von Straßenknäul.

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